Der AI Act: Was bedeutet dieses neue Gesetz für Ihre Organisation?

KI ist überall. Von ChatGPT und Microsoft Copilot bis hin zu intelligenter Recruitment-Software und automatisiertem Kundenservice. Immer mehr Organisationen setzen künstliche Intelligenz ein, um schneller, smarter und effizienter zu arbeiten.

Doch mit dieser rasanten Entwicklung wächst auch der Bedarf an klaren Spielregeln.

Die Europäische Union hat diese Spielregeln im AI Act festgelegt: der ersten umfassenden Gesetzgebung weltweit, die sich speziell auf künstliche Intelligenz richtet. Die ersten Bestandteile dieses Gesetzes sind inzwischen bereits in Kraft, und in den kommenden Jahren folgen immer mehr Verpflichtungen.

Die Frage ist nicht mehr, OB deine Organisation KI einsetzt, sondern ob du ausreichend Kontrolle darüber hast, WIE KI eingesetzt wird.

Warum führt Europa den AI Act ein?

KI bietet Organisationen enorme Chancen, bringt aber auch Risiken mit sich. Denken Sie an Systeme, die diskriminierende Ergebnisse liefern, Menschen täuschen oder Entscheidungen unterstützen, ohne dass klar ist, wie diese zustande gekommen sind.

Mit dem AI Act möchte Europa sicherstellen, dass künstliche Intelligenz sicher, transparent und verantwortungsvoll eingesetzt wird, ohne Innovation unnötig zu bremsen.

Das Ziel des Gesetzes ist es, Vertrauen zu schaffen. Für Bürger, weil ihre Rechte besser geschützt werden. Für Organisationen, weil klare Regeln für die Entwicklung und Nutzung von KI entstehen. So entsteht ein gemeinsamer Rahmen, in dem Innovation und Verantwortung Hand in Hand gehen können.

Der AI Act ist bereits in Kraft

Wenn Organisationen den Begriff AI Act hören, denken viele Menschen an eine Gesetzgebung, die erst in einigen Jahren relevant wird. Das ist jedoch nicht der Fall. Die KI-Verordnung wird schrittweise eingeführt, und die ersten Verpflichtungen gelten bereits jetzt.

Seit dem 2. Februar 2025 sind bestimmte KI-Systeme mit einem unannehmbaren Risiko verboten. Darüber hinaus müssen Organisationen, die KI entwickeln oder nutzen, sicherstellen, dass Mitarbeitende ausreichend KI-kompetent sind. In den folgenden Jahren kommen weitere Verpflichtungen hinzu, bis der AI Act am 2. August 2027 vollständig in Kraft tritt.

Datum

Wichtige Entwicklung

2. Februar 2025

Verbot bestimmter KI-Systeme und Pflicht zur KI-Kompetenz

2. August 2025

Regeln für Anbieter von General Purpose AI-Modellen

2. August 2026

Aufsicht über Hochrisiko-KI-Systeme und Transparenzpflichten

2. August 2027

Die KI-Verordnung tritt vollständig in Kraft

Was ändert sich für Ihre Organisation?

Für viele Organisationen fühlt sich der AI Act noch wie etwas an, das vor allem für große Technologieunternehmen gilt. Dennoch bekommen auch Organisationen, die bestehende KI-Tools nutzen, mit dem Gesetz zu tun.

Der AI Act verlangt von Organisationen, bewusst mit dem Einsatz von KI umzugehen. Das bedeutet unter anderem, dass Sie Einblick haben, welche KI-Systeme innerhalb der Organisation genutzt werden, welche Risiken damit einhergehen und welche Verantwortlichkeiten sich daraus ergeben.

Darüber hinaus wird es immer wichtiger, klare Vereinbarungen über den Einsatz von KI zu treffen, menschliche Aufsicht zu gewährleisten und Mitarbeitern ausreichend Wissen zu vermitteln, um KI verantwortungsvoll zu nutzen.

Für viele Organisationen bedeutet dies, dass KI nicht länger nur ein IT-Thema ist. Es betrifft Prozesse, Mitarbeiter, Richtlinien und letztlich auch die Art und Weise, wie Entscheidungen getroffen werden.

Ein häufiges Missverständnis ist, dass der AI Act nur für große Technologieunternehmen oder Organisationen relevant ist, die selbst KI entwickeln. In Wirklichkeit ist das Gesetz viel breiter angelegt. Die KI-Verordnung richtet sich nämlich sowohl an Anbieter von KI-Systemen als auch an Organisationen, die diese Systeme nutzen. Von Behörden und Gesundheitseinrichtungen bis hin zu KMU und kommerziellen Organisationen.

Das bedeutet, dass du auch mit dem AI Act zu tun bekommen kannst, wenn du keine eigenen KI-Lösungen entwickelst. Nutzt du KI zum Schreiben von Inhalten, zum Analysieren von Daten, zur Unterstützung des Kundenservice oder zum Screening von Bewerbern? Dann ist es sinnvoll zu wissen, welche Verantwortlichkeiten damit einhergehen. Lies hier alles über die Verantwortlichkeiten, die du als Organisation hast

Für Anbieter von KI-Systemen gelten Anforderungen in Bezug auf Entwicklung, Überwachung und Transparenz. Organisationen, die KI nutzen, tragen ihrerseits die Verantwortung, Systeme auf die richtige Weise einzusetzen, menschliche Aufsicht zu gewährleisten und sorgfältig mit Daten und KI-Ergebnissen umzugehen.

Was kannst du als Organisation schon jetzt tun?

Auch wenn der AI Act schrittweise eingeführt wird, gelten bereits jetzt wichtige Verpflichtungen. Deshalb ist dies ein guter Zeitpunkt, um zu prüfen, wie deine Organisation mit KI umgeht und wo mögliche Risiken liegen.

Eine gute Vorbereitung beginnt mit ein paar praktischen Schritten:

  • Verschaffe dir einen Überblick darüber, welche KI-Tools innerhalb der Organisation genutzt werden.
  • Nimm an einer KI-Schulung von Hello AI teil
  • Bestimme, welche Risiken diese Systeme mit sich bringen.
  • Treffe klare Vereinbarungen über den Einsatz von KI.
  • Investiere in die KI-Kompetenz deiner Mitarbeiter.
  • Prüfe, ob Lieferanten die relevanten Gesetze und Vorschriften einhalten.
  • Benenne eine verantwortliche Person für KI-Richtlinien und Governance.


Indem du dich jetzt schon mit diesen Themen befasst, verhinderst du, dass der KI-Einsatz innerhalb der Organisation zu einer Ansammlung loser Initiativen wird. Außerdem legst du damit sofort eine solide Grundlage für einen verantwortungsvollen und zukunftssicheren Einsatz von KI.

Mehr über KI-Kompetenz erfahren?

Eine der ersten Verpflichtungen aus dem AI Act ist die KI-Kompetenz. Das bedeutet, dass Organisationen, die KI einsetzen, in das Wissen, die Fähigkeiten und das Bewusstsein ihrer Mitarbeiter investieren müssen. Neugierig, was KI-Kompetenz genau bedeutet und wie Hello AI Organisationen dabei unterstützt?

Häufig gestellte Fragen:

Wie wird der AI Act kontrolliert?

Der AI Act wird von nationalen Aufsichtsbehörden und europäischen Institutionen überwacht. Sie können Untersuchungen durchführen, Dokumentationen anfordern und Beschwerden oder Vorfälle untersuchen. Organisationen müssen nachweisen können, wie sie KI einsetzen und welche Maßnahmen sie ergriffen haben.

Das hängt von dem Verstoß ab. Aufsichtsbehörden können Verwarnungen aussprechen, Abhilfemaßnahmen vorschreiben oder in schweren Fällen Bußgelder verhängen. Deshalb ist es klug, schon jetzt mit Richtlinien, Sensibilisierung und KI-Kompetenz zu beginnen.

Die Verantwortung bleibt bei der Organisation. Wenn KI innerhalb von Recruitmentprozessen eingesetzt wird, muss ausreichende menschliche Aufsicht gewährleistet sein und müssen Entscheidungen sorgfältig kontrolliert werden. KI darf nicht einfach eigenständig ausschlaggebende Entscheidungen über Menschen treffen.

KI kann Fehler machen, falsche Informationen liefern oder zu falschen Schlussfolgerungen kommen. Die Verantwortung liegt jedoch nicht bei der Technologie, sondern bei den Menschen und Organisationen, die KI nutzen. Deshalb bleibt menschliche Kontrolle unverzichtbar.

Ein guter erster Schritt ist es, einen Überblick darüber zu gewinnen, welche KI-Tools innerhalb der Organisation genutzt werden. Anschließend kannst du Mitarbeiter mit Richtlinien, Bewusstseinsbildung und Schulungen unterstützen, damit sie lernen, KI verantwortungsvoll einzusetzen.

Das hängt von der Art der eingesetzten KI ab. In vielen Fällen müssen Organisationen deutlich machen, wann KI eingesetzt wird, und sicherstellen, dass Nutzer verstehen, welche Rolle KI innerhalb eines Prozesses oder einer Dienstleistung spielt.